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Dokumentenverwaltung
Grenzen konventioneller Webseitenverwaltung
Die konventionelle, rein händische Erstellung und Betreuungvon WWW-Seiten
stößt bei umfangreicheren Informationsangebote rasch an die Grenzen, zahlreiche
Fehlerquellen entstehen:
- Für jede neue Seite müssen auf zahlreichen anderen Seiten Verweise auf die
neue Seite eingebaut bzw. verändert werden.
- Das gilt auch für das Löschen einer Seite: Nicht mehr aktuelle Verweise auf
die gelöschte Seiten müssen ebenfalls entfernt werden.
- Bei großer Seitenanzahl geht rasch die Übersicht verloren. Einmal vordefinierte
Strukturen, die das Auffinden von Information erleichtern sollen, werden
nur allzuleicht außer Acht gelassen.
- Für die Erstellungs- und Wartungsarbeiten ist geschultes Personal notwendig.
Wird die Arbeit ausgelagert, können stark explodierende Kosten entstehen, weil
jede Änderung extra kostet.
Aufbau und Funktion einer Dokumentenverwaltung
Diese Fehlerquellen können durch eine Dokumentenverwaltung ausgeschaltet
werden. Diese erfaßt folgende Aspekte:
Im Lebenszyklus eines Dokumentes (Artikel, Informationsseite, ...) können drei
Phasen unterschieden werden: Entstehung, Präsentation und Archivierung.
- Die Entstehung erfolgt unter Zuhilfenahme einer oder mehrerer Datenquellen
(z.B: Redaktion, Dateien, (schriftliche) Publikationen, Photos, Online-Formulare).
Aus diesen Datenquellen wird ein Dokument zusammengesetzt und entsprechend
der Gestaltungsrichtlinien gestaltet.
- Wenn das Dokument fertig ist, wird es in die Phase der Präsentation übergeführt,
d.h. es wird öffentlich zugänglich. Auf diesem Transitionsweg kann ein
automatischer Reviewprozeß angestoßen werden, wobei der positive Abschluß
des Reviews als Bedingung für die Veröffentlichung definiert werden kann.
In der Phase der Präsentation ist das Dokument nicht nur öffentlich zugänglich,
sondern kann unter Einhaltung bestimmter Regeln gewartet (z.B. Fehler
ausbessern, Akualisieren, Ergänzen, Erweitern, ...) werden. Diese Wartungsarbeiten
können vom Eigentümer des Dokuments oder einem anderen explizit
Änderungsberechtigtem durchgeführt werden.
- Ist das Dokument nicht mehr aktuell und/oder wird nicht mehr gewartet, tritt
es in die Phase der Archivierung ein. Unter Archivierung wird jede "Weiterverwendung"
des Dokuments verstanden (z.B. das endgültige Löschen, das Speichern
in einer Archivdatei oder auf einem anderen Datenträger).
Wenn das Dokument nicht gelöscht wird, kann es durch interaktive Archivanwendungen
sozusagen wieder zum Leben erweckt werden, indem es von
benutzergesteuerten Archivsuchprogrammen erneut (allerdings nur temporär)
präsentiert wird.
Vorteile einer Dokumentenverwaltung
Sind die Informationen und deren Struktur (Gliederung) einmal in einem Dokumentensystem
erfaßt, so können automatisch zusätzliche Funktionen, die sonst
einen enormen händischen Aufwand bedeuten würden, mit einem vergleichsweise
geringen Aufwand integriert werden. Z.B.:
- Automatische Erstellung verschiedener Versionen für verschiedene Browser:
- graphikintensiv
- ausschließlich textbasiert
- Unterstützung der wichtigsten Browsertypen direkt.
Der Benutzer kann die für ihn geeignetste Version wählen. Wer beispielsweise
über eine schlechte Anbindung an das Internet verfügt, kann durch die Textvariante
viele unnötige Ladezeiten für Grafiken ersparen. Blinde Personen
sind überhaupt auf Textversionen angewiesen.
- Automatische Updates der Präsentation:
Die Normen für die Darstellung von
Information als WWW-Seiten sind einem kontinuierlichen Entwicklungsprozeß
unterworfen. Die Überarbeitung aller Seiten kann durch die Dokumentenverwaltung
automatisiert werden.
- Die Einbindung der aktuellen Informationen erfolgt sofort nach der Entstehung
(Schnittstelle Anwender-Dokumentenverwaltung):
Die im
bereits bestehenden System erstellten Dokumente (Artikel) werden automatisch
in das WWW-Format HTML umgewandelt und in die bestehende Struktur
eingebunden. Der Informationsanbieter kann sich auf die Bereitstellung
des Inhalts (der einzelnen Seiten) konzentrieren.
- Navigationshilfen wie Seitenverzeichnisse und Register können automatisch
erstellt und nach jeder Abspeicherung bzw. Löschung von Dokumenten automatisch
auf den aktuellen Stand gebracht werden.
- Komplexere Suchabfragen können angeboten werden.
- Feedbacks (Bestellsystem, Mailinglisten, Anfragen per Email) können automatisch
verarbeitet werden bzw. weitgehend automatisch mit Schnittstellen zum
bestehenden Handling (Ausdruck von Bestellisten, etc.).
- Durch eine Zugriffsverwaltung kann garantiert werden, daß für einen
bestimmten Bereich zuständige Personen nicht versehentlich in einem anderen
Bereich Änderungen vornehmen.
- Sicherheit: Da der Benutzer nur auf die automatisch aus der Dokumentenverwaltung
generierten WWW-Seiten zugreifen kann, sind die Daten auch nach
einem Hack nicht verloren und können in kurzer Zeit neu generiert werden.
Besonders wichtig ist die organisatorische Einbindung des Internet-lnformationssystemes
in die bestehenden Arbeitsabläufe. Dabei ist darauf zu
achten, daß möglichst wenig zusätzliche Arbeit für die Mitarbeiter entsteht,
anzustreben ist jedoch eine Entlastung. Vor allem die Standardaufgaben
müssen vollständig automatisiert werden.
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